13.01.2011
Als in den Vormittagsstunden des 16. Januar 1945 – bereits zum 13. Mal im neu angebrochenen Jahr- in Magdeburg Fliegeralarm ertönt geht das Leben seinen, wenn auch hektischen, gewohnten Gang. Niemand ahnte, dass damit die letzten Stunden der altehrwürdigen Stadt, die letzten Stunden im Leben vieler Menschen eingeläutet werden. Noch scheint alles glimpflich abzulaufen; wenngleich die anrückenden Bomberverbände stetig zu immer mächtigerem Umfang anwachsen, wenngleich die Gegenwehr der zum verzweifelten Kampf aufsteigenden deutschen Jägerbesatzungen immer gefahrvoller und aussichtloser erscheint. Wild bedienen die jungen Mannschaften ihre Flakbatterien in den umliegenden Orten, wild aber mit wenig Erfolgsaussichten. Bomber bahnen sich ihren Weg, etwas 200 sind es die Magdeburgs Industriegebieten im Norden und Süden arg zusetzen. Brände breiten sich aus und Magdeburgs Bewohner sind froh einem weiteren Luftschlag unbeschadet, wenn auch mit ungewohnt heftiger Auswirkung überstanden zu haben. Der Nachmittag des 16. Januar 1945 nimmt seinen fast gewohnten Gang. Lösch- und Aufräumarbeiten werden wohl einige Tage andauern.
Niemand ahnt, dass der Schlussakkord dieser feigen Tragödie erst Stunden später erklingen sollte. 371 Maschinen der Royal Air Force sorgen dafür, dass Magdeburgs Innenstadt in den Abendstunden in ein Dutzende Kilometer weit sichtbares Flammenmeer aufgeht. Der Feuersturm rast durch die Straßen und erfasst Jeden der sich dort befindet. Bereits in den ersten Tagen und Wochen nach dem Angriff war die Rede von 16.ooo Toten, circa 11.500 Verletzten und 190.000 Obdachlosen. Gemessen an der Zahl der Toten, war der Angriff vom 16. Januar der fünfschwerste Angriff auf eine deutsche Stadt im 2. Weltkrieg. Ein Gebiet von 2,4 km² gleicht einem einzigen Flammenmeer. Magdeburg brennt noch tagelang…
Als am 10. Mai 1631 die kaiserlichen Truppen General Tillys in die Stadt Magdeburg einfallen, plündern, bestialisch morden und brandschatzen fallen ihnen circa 20.000 Magdeburger zu Opfer. Vierzehn Tage lang wurden die Leichname auf vier Wagen gesammelt und nach der Elbe geschafft. Hinter der Neustadt bildeten die in der Elbe geworfenen Leichen einen Damm, der den Strom aufstaute. Die Brandschatzungen hatten zu einer harschen Feuersbrunst die sich auf die ganze Stadt ausbreitet geführt. Ganz Magdeburg mit Ausnahme des Domviertels und einiger Häuser am Fischerufer glichen einem Trümmerfeld.
313 Jahre später wurde unsere Stadt erneut „magdeburgisiert“, die Opfer wurden in Massengräbern auf den Friedhöfen der Stadt notdürftig beigesetzt. Wieder liegt nahezu die gesamte Innenstadt in Schutt und Asche, wieder sind ganze Familien ausgelöscht in kurzer Zeit. Und wieder schaffen es Menschen, schaffen es deutsche Menschen unsere Stadt mit ihren Händen wiederaufzubauen mit all ihrer Kraft, oft das Letzte aufbietend.
Quelle: Gedenkmarsch Magdeburg
Luftangriff auf Hildesheim Am 22. März 1945 wurde Hildesheim durch ...Details