08.04.2011
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Kostspieliges Gutmenschen-Programm in Braunschweig - wie man den 3. Tag der deutschen Zukunft verhindern will
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Zur Hauptseite wechseln„Braunschweiger Firmen sammeln Geld“ hieß es neulich in einem Artikel in den regionalen Medien. Volkswagen hat bereits einen fünfstelligen Betrag in Aussicht gestellt. Auch viele andere Firmen haben schon Zahlungsbereitschaft signalisiert. 120 000 Euro will man sammeln.
Man könnte jetzt erahnen, daß dieses Geld in soziale Projekte fließen soll. Das hätte Braunschweig auch nötig, denn in vielen Stadtteilen sieht es nicht mehr so rosig aus. Immer mehr verkommt alles zu einem Ghetto. Und nicht nur das Stadtbild baut ab. In der Weststadt leben z.B. 52 % der Kinder in einer Familie, die auf Hartz IV angewiesen ist. Nicht nur die materielle Armut macht sich hier bemerkbar. Auch die kulturelle Versorgung, die soziale, die psychische und die physische Lage der Kinder ist betroffen. Ebenso wird der Schulerfolg durch das frühe Erleben von Armut geprägt.
Seit der Streichung des Hartz-IV-Elterngeldes hat sich die Lage der betreffenden Familien verschärft.
In diesen Teilen von Braunschweig sind Anstrengungen gegen die Kinderarmut unbedingt notwendig. Mit einer finanziellen Unterstützung kann man Kindern die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben ermöglichen. Um dort zu helfen, könnte man die 120 000 Euro einsetzen.
Aber wer wirklich gedacht hat, die Firmen würden mit ihrer Sammlung arme Kinder unterstützen, der irrt gewaltig.
Ein Gegenprogramm zum „Neonazi-Aufmarsch“ am 4. Juni soll damit finanziert werden. Michael Kleber, Regionalchef des DGB, will damit den 3. Tag der deutschen Zukunft verhindern, der dieses Jahr in Braunschweig stattfindet. Er plant viele Veranstaltungen am ersten Juni-Wochenende, um möglichst viele Menschen in die Stadt zu locken. Wenn viel los ist, könne das die Chancen der Nationalen, eine Demo durchzuführen, vermindern. Na, das ist doch mal ein demokratisches Engagement. Und nicht nur DGB und die Firmen beteiligen sich am „Bunt – stoppt – Braun – Bündnis“: Hochschulen, Kirchen, Ratspolitiker, Verwaltung und ein paar Jugendorganisation mischen mit. Nichts scheint zu teuer und zu aufwendig, um den Tag der deutschen Zukunft zu verhindern.
Die Aufregung ist groß. Immerhin handelt es sich bei der nationalen Demonstration nicht um eine kleine regionale Veranstaltung. Es wird Deutschlandweit mobilisiert. Letztes Jahr nahmen 750 Demonstranten am Tag der deutschen Zukunft in Hildesheim teil. Dieses Jahr rechnet der Veranstalter, die Initiative Zukunft statt Überfremdung, mit weit aus mehr Teilnehmern.
Neben Redebeiträge gibt es auch ein musikalisches Programm.
Da muss der aufrechte Gutmensch jetzt Alles geben. Und wenn er dabei an den Säulen der Demokratie rütteln muss. Hauptsache die Rechten demonstrieren nicht in der Löwenstadt.
Diese Geschichte dient nur als Beispiel. Wenn es um den Kampf gegen rechts geht, müssen sozial schwache Familien, Bildungswesen und Wirtschaft hinten anstehen.
Und während sich der Gutmensch im Schein der Demokratie sonnt, hungern die Kinder in Braunschweig weiter!
R.R.
Quelle
: tddz.info